Fahrradtour durch die Region
Archäologische Radtour mit Landrat und Bürgermeister
29. August 2016
 
 

Nach dem Hoch "Gerd", das noch am Wochenende für Temperaturen für weit über 30 Grad sorgte, konnten Landrat Joachim Arnold und Bürgermeister Wilfried Mogk bei angenehmen 26 Grad über 60 Radlerinnen und Radler zur 13. archäologischen Radtour an der Horlofftalhalle begrüßen.

Nach der offiziellen Begrüßung durch den Landrat und den Bürgermeister übernahm der Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal die Leitung der Gruppe, um zum ersten Punkt der Tour zu fahren, dem ehemaligen Kleinkastell "Haselheck", nur wenige Meter von der "Hollihalle" entfernt. Jörg Lindenthal konnte mit vielen Informationen und auch Vermutungen der Archäologen aufwarten. Spannend, wie der Limes damals die fruchtbare Wetterau umschloß. Zum nächsten Stopp fuhr die Gruppe hinter dem Internat Lucius entlang, direkt an den Waldrand. Vielen war gar nicht bewusst, dass sie sich direkt auf dem Gebiet des Limeswalls befanden. Die angrenzenden Hügelgräber wurden auch erst nach dem Hinweis des Kreisarchäologen wahrgenommen. Mit dem bald kommenden Anschluß Echzells an den Limesradweg und die entsprechende Dokumentation sollten sich diese Wissenslücken beseitigen lassen.

Der nächste Punkt der Tour führte auf den Feldweg in Richtung Bingenheim und dann nach links in Richtung Blofeld. Keiner der Anwesenden wusste, dass hier im Feld einmal eine kleine mittelalterliche Kapelle stand. An diesem Punkt, an dem die Wetterau in den Vogelsberg übergeht, wurde die Kirche irgendwann durch Zufall per Luftbildarchäologie entdeckt, ähnlich wie der Keltenfürst auf dem Glauberg. Es ist geplant, hier irgendwann einmal zu graben.

Weiter ging es von Bingenheim nach Gettenau, wo der Tross die Hauptstraße querte und dabei für einen kurzen Stau sorgte. 60 Biker benötigen nun mal etwas Zeit bei einer Straßenüberquerung. Auf der Römerstraße fuhren wir, an der Feuerwehr Echzell vorbei, in Richtung Gettenauer Teich. Irritiert bremsten alle Teilnehmer auf der Strecke, als Jörg Lindenthal plötzlich stoppte. Auch hier war keinem der Tourteilnehmer bekannt, dass sich unter den Füßen ein großes römisches Gräberfeld befand. Viele der Grabsteine wurden, so Lindenthal, im Laufe der Jahrhunderte für den Bau der Echzeller Häuser verwendet. Einer dieser Steine kann im Heuson-Museum in Büdingen besichtigt werden.

Nach dem Besuch der alemannischen Siedlung an der Heinrichswiese folgte eine längere Pause am Museum Echzell, wo vom Heimat- und Geschichtsverein kalte Getränke angeboten wurden. Dr. Jochen Degkwitz, Vorsitzender des HGV, begrüßte die Biker und gab Informationen zum Museum und zur Jupitersäule. Danach folgte ein Besuch des alten Römerbades an der evangelischen Kirche, dessen Grundriss durch Pflastersteine dargestellt wird und des ehemaligen Limeskastells am Ortsrand. Dieses war mit über fünf Hektar Fläche eine der größten Anlagen am Obergermanisch-Raetischen Limes.

Unglaublich: Über 60 Biker aus Echzell und der Wetterau
Interessiert an der neuen Heimat: Unser Pfarrerehepaar Alrun & Joachim Kopelke-Sylla
Begrüßung: Wilfried Mogk, Joachim Arnold und Jörg Lindenthal
Informationen am Haselheck
"Sie stehen hier auf dem Limesgraben"
Limes und Hügelgrab - Erlebbare Geschichte
Staunende Menschen: An der Kapelle bei Bingenheim
Auf dem Gräberfeld am Gettenauer Teich
Alemannische Siedlung an der Heinrichswiese
Pause am Museum und ein herzliches Willkommen durch den HGV
Kirche, Jupitersäule, altes Rathaus und der Quittenbaum
 
 
Text und Bilder: Thomas Wettig