"Kennenlern-Plauderstündchen"
in Bingenheim 12. März 2016
 
 

Seit fast zwei Wochen leben im evangelischen Pfarrhaus in Bingenheim zwei Flüchtlingsfamilien aus Afghanistan. Am Samstag, 12.03.16, wurden sie von der Flüchtlingshilfe Echzell, der evangelischen Kirchengemeinde und vor allem zahlreichen Interessierten herzlich begrüßt.

Die Namen sind noch nicht richtig geläufig: Aresh und seine Frau Amene, ihre Kinder Atefeh und Schahnaz, Mohammed und Alireza kamen als erste der neuen Bewohner des Pfarrhauses vor gut zwei Wochen an. Einige Tage später kamen Najbudin, seine Frau Rahila und ihr Baby Samir dazu: Nun teilen sie sich Küche und Aufenthaltsraum, haben natürlich ihre Zimmer – und im Pfarrhaus brennt wieder Licht. Da das neue Pfarrer-Ehepaar Kopelke und Sylla, zuständig für die vier Ortsteile von Echzell sowie Leidhecken, in Echzell lebt, stand das Haus nach dem Weggang von Pfarrer Wenzel zunächst leer. Nun dient es neun Flüchtlingen als Wohnung.

Für Samstag, den 12.März, hatte die Initiative „Flüchtlingshilfe Echzell“ die örtliche Bevölkerung zum „Kennenlern-Plauderstündchen“ ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Die neuen Mitbürger sollten die Gelegenheit bekommen sich vorzustellen und die Bingenheimer waren natürlich neugierig, wer denn jetzt neu im Dorf lebt. Allerdings hatte niemand mit solch einem Andrang gerechnet: Zeitweise drängten sich über 80 Personen im Saal, unter ihnen Bürgermeister Wilfried Mogk und Pfarrer Joachim Sylla. Das Hantieren mit Kaffee und Kuchen erforderte, nicht nur bei den Helferinnen und Helfern, bisweilen artistisches Geschick.

Nach der fröhlichen Begrüßung der neun Flüchtlinge und der vielen Gäste durch Gitta Seckel spielte und sang Alireza zwei selbst geschriebene Stücke auf der akustischen Gitarre. Wenn die sprachliche Verständigung bald auch so gut klappt wie die gemeinsame Freude an der Musik, dann ist die Integration auf einem guten Weg. Im Anschluss präsentierte Wolfgang Lang einen gut bebilderten Vortrag über das ferne und doch nahe Land Afghanistan, von dem die meisten Hiesigen wenig wissen.

Die „Flüchtlingshilfe Echzell“ und die evangelische Kirchengemeinde werden die Neuankömmlinge weiterhin begleiten und unterstützen; weitere Hilfe ist sehr willkommen. Seien das Chauffeur- oder Begleitdienste beim Weg zum Arzt oder Behörden, Spenden oder einfach freundliche Aufnahme: Wer etwas beitragen möchte, wendet sich am besten an die Echzeller Flüchtlingshilfe oder an die Vorsitzende des Kirchenvorstands Bingenheim, Gertrud Bönsel.

 
Impressionen des Nachmittags
Text: Pfarrer Martin Schindel / Bilder nach Angabe
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