Echzeller Umwelttag 2015
Der "Coffee to go" reicht nur bis zur Kreuzquelle
28. Februar 2015
 
Ein Teil des Mülls an der Autobahnbrücke
 

Unzählige blaue Säcke voll von Müll, sechs Reifen, eine abgebrochene Aluleiter, eine noch halb gefüllte Gasflasche, eine Matratze, und, und, und... Das ist das Ergebnis des Echzeller Umwelttages 2015, der auf Wunsch der Echzeller Flüchtlinge von der Gemeinde und den Flüchtlingshelfern organisiert wurde. Bürgermeister Wilfried Mogk konnte - obwohl fest eingeplant - leider nicht teilnehmen, da er mit einem schweren grippalen Infekt zu kämpfen hatte.

32 Menschen trafen sich am Samstag morgen am Bauhof um in den nächsten vier Stunden, ausgerüstet mit Warnwesten, Handschuhen, Müllgreifern und Müllsäcken, die Gemarkung abzulaufen und vom Müll zu befreien. Und das war einiges: Matratzen, Reifen, Radzierblenden sowie in Plastik eingewickelter (!) Pferdemist. Besonders auffällig war die Anzahl von Schnapsflaschen, Zigarettenschachteln sowie Pfanddosen und Pfandflaschen. Auch Restscherben von dem LKW-Unfall im Mai 2011 lagen noch im Straßengraben.

Man kann behaupten, dass die Menge des von den hiesigen Bäckereien und der Tankstelle angebotenen "Coffee to go" maximal nur bis zur Kreuzquelle reicht. Alleine zwischen der Autobahnbrücke und der Kreuzquelle fanden sich unglaubliche 55 Kaffeebecher mit den dazugehörigen Deckeln. Im Gegenzug muss man sagen, dass die Produkte des in Nidda-Harb ansässigen Fast-Food Lokals ausreichend warm sein müssen, denn diese können bis nach Echzell verzehrt werden, wo dann die Verpackungen per Fensteröffnung entsorgt werden.

Besonders auffällig war der Bereich an der Autobahnbrücke zwischen Bisses und dem Entsorgungszentrum. Während hier vier Säcke mit umherliegendem Müll gefüllt wurden, fanden sich rund 50 Meter hinter der Schranke weitere fünf Müllsäcke, Bauschutt und Farbeimer. Auch ein kleines Bierfass konnte aus dem Gestrüpp gezogen werden.

In Bingenheim nutzte ein Bürger die Gunst der Stunde, um sich von einigen Säcken mit Hausmüll zu befreien. Er stellte sie einfach zu dem gesammelten Unrat hinzu und spart sich damit ein paar Euro. Aber keine Angst: Auch wenn wir es könnten, würden wir Ihren Namen hier nicht nennen. Wir hoffen jedoch, dass Sie sich im Stillen ein wenig schämen.

Der Abschluß der Veranstaltung fand um 13:00 Uhr im Bauhof statt, wo eine leckere Gulaschsuppe und Getränke, gesponsert von der Gemeinde Echzell, auf die Helfer warteten. Auch wenn es sehr schmutzige Stunden waren: Alle Helfer waren zufrieden mit dem Ergebnis und werden auch beim nächsten Mal, das hoffentlich in weiter Ferne liegt, wieder dabei sein.

Nachtrag am 2. März: Der Müll wurde heute morgen von den Mitarbeitern des Bauhofs eingesammelt und nach Grund-Schwalheim gebracht. Knapp 800 Kilo an Müll kamen bei der Sammlung zusammen. Danke nochmal an alle Helferinnen und Helfer für das Engagement.

 
Treffen am Bauhof
Trauriges Bild und kaum ein Ende in Sicht
Müllberg
Seit wann wachsen denn Reifen auf Bäumen?
Wir wollen etwas für Echzell tun: Ein Teil der syrischen Großfamilie
Unterwegs in Gettenau
Die kleine Serena hat die Aktion wohl verschlafen
Rücken und Knie tun weh aber trotzdem hat es Spaß gemacht, zu helfen
Das Löschfahrzeug der Feuerwehr Gettenau sicherte die Aktion ab
Abschlußtreffen im warmen Bauhof
Ines Dauernheim im Gespräch mit Ghidey und Johnny, die mittlerweile gut deutsch sprechen
 
Text: Thomas Wettig / Bilder nach Angabe